Vorstellungsgespräch mit Azubis aus Vietnam: Fragen für Arbeitgeber
Konkrete Fragen zu Berufswahl, Betriebsverständnis und Kommunikation helfen Ihnen, künftige Auszubildende kennenzulernen und offene Punkte gemeinsam zu klären.
Ein gutes Vorstellungsgespräch mit künftigen Azubis aus Vietnam klärt mehr als die Frage, ob jemand flüssig Deutsch spricht. Es hilft Ihnen, die Berufswahl, das Verständnis für Ihren Betrieb und den Umgang mit neuen Aufgaben kennenzulernen. Gleichzeitig braucht die Bewerberin oder der Bewerber ein realistisches Bild von der Ausbildung.
Die folgenden Fragen und Gesprächsschritte sind praktische Vorschläge für Arbeitgeber und Ausbildungsverantwortliche. Passen Sie sie an den Beruf und die Anforderungen Ihres Betriebs an.
Vor dem Gespräch: den Rahmen verständlich machen
Schicken Sie vorab eine kurze Beschreibung Ihres Betriebs, des Ausbildungsberufs und des Gesprächsablaufs. Klären Sie bei einem Online-Interview Technik, Teilnehmende und Sprache. Wenn jemand bei der Verständigung unterstützt, sollte für alle klar sein, wann übersetzt wird und wann die Person selbst antwortet.
Bereiten Sie im Team dieselben Kernfragen für vergleichbare Gespräche vor. Das erleichtert eine Beurteilung anhand der Anforderungen. Notieren Sie Beobachtungen zu Motivation, Berufsverständnis und Kommunikation getrennt voneinander.
1. Warum gerade dieser Ausbildungsberuf?
Frage: „Was interessiert Sie an diesem Beruf, und wie haben Sie sich darüber informiert?“
Bitten Sie um ein konkretes Beispiel: eine Tätigkeit, ein Gespräch mit jemandem aus dem Beruf oder eine Erfahrung beim Lernen. Ein persönlicher Bezug ist für Ihr Kennenlernen hilfreicher als eine perfekt formulierte allgemeine Antwort.
Anschlussfrage: „Welche Aufgabe würden Sie besonders gern lernen, und welche stellen Sie sich schwierig vor?“
2. Was weiß die Person über Ihren Betrieb?
Frage: „Was haben Sie über unseren Betrieb herausgefunden?“
Es geht nicht darum, Unternehmenszahlen abzufragen. Lassen Sie erklären, was Ihr Betrieb anbietet, welche Aufgaben vorkommen und warum die Person dort lernen möchte. Ergänzen oder korrigieren Sie Informationen, wenn etwas missverstanden wurde.
Anschlussfrage: „Was möchten Sie über die Ausbildung bei uns noch wissen?“
3. Wie stellt sie sich einen Arbeitstag vor?
Frage: „Welche Aufgaben erwarten Sie an einem normalen Tag in diesem Beruf?“
Vergleichen Sie die Antwort mit dem tatsächlichen Ablauf. Beschreiben Sie anschließend einen typischen Tag und fragen Sie, was daran neu oder überraschend ist. Besprechen Sie auch Arbeitszeiten und Anforderungen, die für die konkrete Stelle relevant sind. So entsteht ein gemeinsames Verständnis der Ausbildung.
4. Was passiert, wenn eine Anweisung unklar ist?
Frage: „Sie haben eine Aufgabe nicht ganz verstanden. Was würden Sie tun?“
Geben Sie danach ein kurzes, ungefährliches Beispiel aus Ihrem Arbeitsalltag. Lassen Sie die nächsten Schritte wiederholen oder eine Rückfrage formulieren. Beobachten Sie, ob die Person Unklarheiten anspricht und Informationen einordnet. Das Gespräch soll Verständigung ermöglichen; komplizierte Fangfragen helfen dabei wenig.
Mehr zur Einordnung finden Sie in unserem Beitrag über Deutschvorbereitung und Kommunikation im Auswahlgespräch.
5. Wie geht die Person mit Rückmeldungen um?
Frage: „Erzählen Sie von einer Situation, in der Sie etwas verbessern mussten. Welche Rückmeldung hat Ihnen geholfen?“
Die Erfahrung kann aus Unterricht, Praktikum oder einer anderen passenden Lernsituation stammen. Fragen Sie nach dem konkreten nächsten Schritt. Eine Person am Anfang ihrer Ausbildung muss noch keine lange Berufsgeschichte vorweisen.
6. Welche Fragen hat die Person an Sie?
Reservieren Sie Zeit für die andere Seite. Erklären Sie, wer die Ausbildung begleitet, wie der Einstieg organisiert wird und welche Punkte noch abgestimmt werden müssen. Fragen zu Vergütung, Wohnen, Arbeitsweg oder Lernen in der Berufsschule gehören zu einer informierten Entscheidung.
Wenn eine Antwort noch nicht feststeht, benennen Sie die zuständige Person und den nächsten Klärungsschritt. Eine offene Frage sollte nicht durch eine unverbindliche Zusage ersetzt werden.
Wie DMF die Vorbereitung unterstützt
Zur Vorbereitung bei DMF gehören Deutschunterricht und Angebote rund um Bewerbung und Interview. Die Interviewvorbereitung setzt unter anderem daran an, Fragen zu verstehen, Gedanken zu ordnen und Antworten auf die eigene Situation zu beziehen. Der Blick auf Beruf und Unternehmen ist dabei ebenso relevant wie die sprachliche Formulierung.
Das Kennenlernen mit Ihrem Betrieb bleibt ein eigener Schritt. Besprechen Sie mit DMF, welche Informationen die Person vorab erhalten soll und welche Anforderungen Sie im Gespräch betrachten möchten. Welche Vorbereitung im Einzelfall vorgesehen ist, wird im Rahmen des jeweiligen Programms geklärt.
Nach dem Gespräch: Beobachtungen statt Bauchgefühl festhalten
Berufswahl: Welche Gründe und konkreten Vorstellungen wurden genannt?
Betriebsverständnis: Was war bereits bekannt, was musste erklärt werden?
Kommunikation: Welche Fragen wurden verstanden, wann waren Rückfragen nötig?
Lernen: Welche Beispiele zeigen, wie die Person mit neuen Aufgaben umgeht?
Offene Punkte: Was muss vor einer Entscheidung noch geklärt werden, und durch wen?
Bewerten Sie die Antworten im Zusammenhang mit dem Ausbildungsplatz und dem jeweiligen Lernstand. Eine vorbereitete Selbstvorstellung ist nur ein Teil des Gesprächs. Anschlussfragen, Beispiele und Fragen der Person liefern zusätzliche Informationen.
Ein Kennenlernen für Ihren Betrieb vorbereiten
Informieren Sie sich über die Zusammenarbeit mit DMF für Auszubildende aus Vietnam. Nennen Sie uns Ausbildungsberuf, Standort und geplanten Start, damit wir den Bedarf und die nächsten Schritte mit Ihnen besprechen können.
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DMF Talents begleitet deutsche Unternehmen bei der passgenauen Auswahl, rechtssicheren FEG-Visabeschleunigung und nachhaltigen betrieblichen Integration von Talenten aus Vietnam.



