„Keine auswendig gelernten Mustertexte“: Wie Achim Betticher bei DMF in Vietnam Kandidaten auf deutsche Vorstellungsgespräche vorbereitet
Auswendig gelernte Standardantworten helfen weder dem Bewerber noch dem Ausbildungsbetrieb. Herr Achim Betticher erläutert, wie er Kandidaten bei DMF Vietnam zu natürlicher Kommunikation und aktivem Nachfragen anleitet.
Wer als Personalverantwortlicher oder Ausbildungsleiter per Videokonferenz Bewerberinnen und Bewerber aus Drittstaaten interviewt, erlebt häufig ein bekanntes Muster: Auf die erste Standardfrage („Stellen Sie sich bitte kurz vor“) folgt ein flüssig vorgetragener dreiminütiger Monolog. Sobald der Ausbilder jedoch eine spontane Zwischenfrage stellt („Warum möchten Sie gerade in einer kleineren Stadt im Emsland oder im Schwarzwald arbeiten?“ oder „Wie gehen Sie damit um, wenn ein Gast im Restaurant unzufrieden ist?“), bricht der Redefluss abrupt ab. Der Bewerber hatte einen vorformulierten Text auswendig gelernt, ohne die sprachliche Flexibilität für ein echtes Gespräch zu besitzen.
Bei DMF Vietnam unterbinden wir dieses Auswendiglernen konsequent. Verantwortlich dafür ist Herr Achim Betticher, unser deutscher Repräsentant und Leiter der Interview- und Praxisvorbereitung vor Ort in Vietnam ([email protected]). Bevor ein Kandidat von DMF Talents einem deutschen Arbeitgeber vorgestellt wird, durchläuft er mit Herrn Betticher ein mehrstufiges Einzel- und Kleingruppentraining.
Gegenüberstellung von auswendig gelernten Standardtexten und dem authentischen 1:1-Interview-Training durch Herrn Achim Betticher an der DMF Akademie.
1. Das Grundprinzip: Verstehen und mit der eigenen Geschichte antworten
In seinem Trainingsleitfaden für die DMF Akademie bringt Herr Achim Betticher seinen pädagogischen Ansatz auf eine klare Formel:
„Im Vorstellungsgespräch mit einem deutschen Arbeitgeber geht es nicht darum, wie eine Maschine perfekt auswendig gelernte Sätze aufzusagen. Deutsche Ausbilder möchten spüren, wer ihnen gegenübersitzt: Versteht der junge Mensch meine Frage wirklich? Und antwortet er ehrlich mit seiner eigenen Lebensgeschichte, seinen eigenen Worten und seiner echten Motivation?“
Deshalb beginnt das Coaching bei DMF nicht mit dem Verteilen von Textschablonen, sondern mit einer individuellen Bestandsaufnahme jedes einzelnen Lernenden:
- Woher stammt der Bewerber, welche schulischen oder praktischen Erfahrungen hat er in Vietnam bereits gesammelt (z. B. Nebenjobs im Service, familiäre Pflegeerfahrung, handwerkliches Geschick)?
- Warum hat er sich konkret für das Berufsbild Pflegefachmann/-frau, Hotelfachmann/-frau, Koch/Köchin, Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) oder Maschinen- und Anlagenführer entschieden?
- Welche Vorstellungen hat er vom Alltag im deutschen Betrieb, von der Berufsschule und vom Leben in Deutschland?
Aus diesen realen Bausteinen erarbeitet Herr Betticher gemeinsam mit den Teilnehmenden einen authentischen roten Faden, den der Kandidat frei und in eigenen Worten variieren kann.
2. Kulturelle Hürden abbauen: Warum „Höfliches Lächeln“ im deutschen Betrieb schadet
Ein zentrales Thema im Training von Herrn Betticher ist der kulturelle Unterschied im Umgang mit Nichtverstehen. In der vietnamesischen Alltagskultur gilt es oft als unhöflich oder gesichtsverlierend, einem Ranghöheren oder Älteren direkt zu sagen, dass man eine Aussage akustisch oder inhaltlich nicht verstanden hat. Viele Lernende nicken daher im Gespräch höflich und lächeln, obwohl ihnen ein Schlüsselwort gefehlt hat.
Im deutschen Ausbildungsbetrieb – etwa bei einer Medikamenten- oder Pflegeübergabe auf Station, bei einer Allergie-Information in der Küche oder bei einer Sicherheitsunterweisung an einer Maschine – ist dieses Verhalten gefährlich. Im 1:1-Coaching mit Herrn Betticher lernen unsere Kandidaten daher gezielt:
| Situation im Gespräch / Betrieb | Typische Fehlreaktion ohne interkulturelles Coaching | Trainiertes Verhalten bei DMF (Methodik Achim Betticher) |
|---|---|---|
| Frage wurde akustisch zu schnell gesprochen | Schweigen, nervöses Lächeln oder Raten einer beliebigen Antwort | Ruhiges, höfliches Nachfragen: „Entschuldigung, könnten Sie die Frage bitte etwas langsamer wiederholen?“ |
| Ein einzelner Fachbegriff ist unbekannt | Blockade des gesamten Satzes aus Angst vor Grammatikfehlern | Gezieltes Rückfragen: „Ich habe den Begriff [X] noch nicht gekannt – meinen Sie damit …?“ |
| Frage nach Schwächen oder Sorgen vor dem Start | Übertriebene Behauptung, es gebe keinerlei Schwierigkeiten | Ehrliche, reflektierte Antwort (z. B. Respekt vor dem ersten Winter oder regionalem Dialekt + konkreter Lösungsansatz) |
| Rückfragen des Arbeitgebers am Gesprächsende | „Nein, ich habe keine Fragen.“ | Vorbereitete, interessierte Fragen zum Team, zur Berufsschule, zur Einarbeitung und zum Schichtplan |
3. Simulation unter Realbedingungen und interne Freigabe-Schranke
Das Interview-Coaching bei DMF Vietnam gliedert sich in vier aufeinander aufbauende Schritte:
- Hörgewöhnung an deutsches Originaltempo: Herr Betticher führt die Übungsgespräche bewusst nicht in künstlich verlangsamter „Lehrersprache“, sondern im natürlichen Sprechduktus deutscher Betriebsleiter und Personalleiter.
- Branchenspezifische Fachfragen: Ein angehender Koch wird nach Lebensmittelsicherheit, Küchenposten und Stressresistenz am Wochenende gefragt; eine angehende Pflegefachkraft nach dem Unterschied zwischen Grund- und Behandlungspflege sowie dem Umgang mit demenziell veränderten Bewohnern.
- Aufzeichnung des 60- bis 90-sekündigen Vorstellungsvideos: Erst wenn der Kandidat frei, verständlich und mit natürlicher Mimik sprechen kann, wird sein Kurzvideo für das Arbeitgeber-Dossier aufgenommen.
- Verbindliches Freigabe-Votum: Gemeinsam mit der akademischen Leitung (Khoa) entscheidet Herr Achim Betticher, ob der Kandidat die sprachliche und persönliche Reife für ein echtes Arbeitgeber-Interview besitzt. Wer noch unsicher ist, erhält zusätzliche Trainingseinheiten, bevor sein Profil an deutsche Partnerbetriebe versendet wird.
4. Direkter Draht für deutsche Arbeitgeber nach Vietnam
Für deutsche Unternehmen bietet die Position von Herrn Achim Betticher vor Ort in Vietnam einen unmittelbaren Qualitätsvorteil: Wenn Sie besondere Anforderungen an Ihre künftigen Auszubildenden stellen – etwa bestimmte Fachbegriffe für Ihre Speisekarte, Ihre Hotelsoftware, Ihre Zahnarztpraxis oder Ihren Maschinenpark –, integriert Herr Betticher genau diese Inhalte schon während der mehrmonatigen Wartezeit auf das Visum in das Vorbereitungstraining Ihrer ausgewählten Kandidaten.
Lernen Sie unsere Arbeitsweise kennen: Prüfen Sie unsere aktuellen Kandidatenprofile mit Video, informieren Sie sich über das duale Ausbildungsprogramm oder richten Sie Ihre Anfrage direkt an unser Team über das Arbeitgeber-Portal.
Suchen Sie qualifizierte Fachkräfte oder Auszubildende?
DMF Talents begleitet deutsche Unternehmen bei der passgenauen Auswahl, rechtssicheren FEG-Visabeschleunigung und nachhaltigen betrieblichen Integration von Talenten aus Vietnam.



