Garten- und Landschaftsbau: Fachkräfte aus Vietnam für GaLaBau-Betriebe
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Garten- und Landschaftsbau: Fachkräfte aus Vietnam für GaLaBau-Betriebe

Wegebau, Vegetationstechnik und Baumpflege: Wie Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus motivierte Auszubildende und Fachkräfte aus Vietnam gewinnen.

Der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau verzeichnet seit Jahren ein stabiles Auftragswachstum. Kommunale Grünflächen, klimagerechte Stadtentwicklung („Schwammstadt“-Konzepte), private Außenanlagen und großflächige Renaturierungsprojekte fordern den Betrieben Höchstleistungen ab. Gleichzeitig schlägt der demografische Wandel im grünen Handwerk mit voller Wucht zu: Nach Erhebungen des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) fehlen bundesweit tausende Fachkräfte und engagierte Auszubildende.

Vietnam bietet für den GaLaBau ideale strukturelle Voraussetzungen: Ein stark landwirtschaftlich und gärtnerisch geprägtes Land, in dem körperliche Arbeit im Freien, Wetterfestigkeit und ein natürlicher Bezug zu Pflanzen und Werkstoffen tief im Alltag verankert sind.

GaLaBau Leistungsbereiche Matrix nach BGL-Standards

Die vier tragenden Säulen des modernen Garten- und Landschaftsbaus: Wegebau, Vegetationstechnik, Baumpflege und moderne Entwässerungssysteme.

1. Das Anforderungsprofil im modernen GaLaBau

Entgegen veralteter Klischees ist der Landschaftsgärtner ein anspruchsvoller bautechnischer Handwerksberuf. Erfolgreiche Mitarbeiter müssen ein breites Spektrum an handwerklichen und planerischen Fähigkeiten vereinen:

  1. Bautechnische Fertigkeiten: Aushubarbeiten, Schottertragschichten herstellen, Nivellieren mit Baulasern, Setzen von Bord- und Tiefborden, Verlegen von Beton- und Natursteinpflaster nach DIN 18318.
  2. Pflanzen- und Bodenkunde: Fachgerechte Bodenvorbereitung, Beurteilung von Bodenarten, Pflanzung von Großgehölzen, Stauden und Gehölzschnitt nach FLL-Gütebestimmungen.
  3. Maschinenbedienung: Sichere Führung von Minibaggern, Radladern, Rüttelplatten, Motorflexen und Allrad-Dumpern unter Beachtung der DGUV-Unfallverhütungsvorschriften.
  4. Klimaanpassung: Einbau von Versickerungsrigolen, Bau von Retentionsmulden sowie fachgerechte Ausführung extensiver und intensiver Dachbegrünungen.

2. Eignungsprofil vietnamesischer Bewerber

Bewerber aus Vietnam überzeugen Ausbilder und Betriebsinhaber durch Eigenschaften, die im GaLaBau unverzichtbar sind:

  • Körperliche Fitness und Ausdauer: Vietnamesische Fachkräfte sind schwere körperliche Arbeit und wechselnde Witterungsbedingungen von Jugend an gewohnt.
  • Handwerkliches Geschick beim Stein- und Holzschnitt: Präzises Anarbeiten von Pflastersteinen, Zuschnitte mit der Steintrennsäge und der Bau von Holzterrassen gelingen mit hoher manueller Sorgfalt.
  • Hohe Kollegialität: Die Integration in kleine Kolonnen auf der Baustelle verläuft dank respektvoller Umgangsformen und verlässlicher Arbeitsmoral harmonisch.
Tätigkeit auf der BaustelleBaustellenanforderungVorbereitung durch DMF Talents
PflasterarbeitenFluchten, Fugenbreiten nach DIN 18318Praktische Vorab-Workshops im Setzen von Randeinfassungen
BaumpflegeDGUV Information 214-059 (AS Baum I)Vermittlung von Grundbegriffen der Motorsägensicherheit
PflanzenkenntnisBotanische Namen & StandortansprücheGezieltes Vokabeltraining zu Gehölzen, Stauden und Böden
Baustellen-DeutschKlare Kommunikation im lauten MaschinenumfeldSprachzertifikat B1 GER mit Fokus auf Richtungs- und Maßangaben

3. Der Ausbildungsweg nach § 16a AufenthG

Für mittelständische GaLaBau-Betriebe ist die 3-jährige duale Ausbildung zum Landschaftsgärtner (§ 16a AufenthG) der sicherste Pfad zur Fachkräftesicherung. Der Azubi durchläuft:

  • Die betriebliche Praxis auf Baustellen im gewerblichen, öffentlichen und privaten Bereich.
  • Die überbetriebliche Ausbildung (ÜA) in den regionalen GaLaBau-Zentren (z. B. Pflasterkurse, Vermessungstechnik, Gehölzschnitt, Motorsägenlehrgang AS Baum I).
  • Den theoretischen Unterricht an der regionalen Berufsschule.

Mit dem Förderinstrument der Einstiegsqualifizierung (EQ nach § 54a SGB III) können Arbeitgeber Bewerber bereits im Frühjahr einreisen lassen, um Sprachkenntnisse und praktische Belastbarkeit vor dem offiziellen Ausbildungsstart im August zu erproben.

4. Arbeitssicherheit, UVV und persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Die Baustellenarbeit im Freien unterliegt strengen Vorschriften der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU). Arbeitgeber müssen Auszubildende und Fachkräfte von Beginn an systematisch unterweisen:

  • Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Bereitstellung von Sicherheitsschuhen der Kategorie S3 mit durchtrittsicherer Sohle und Zehenschutzkappe, Gehörschutz bei Motorgeräten sowie Schutzbrillen bei Trennschleifarbeiten.
  • Schnittschutz bei Motorsägenarbeiten: Vorgeschriebene Schnittschutzhosen (mindestens Klasse 1, 20 m/s), Schnittschutzstiefel und Forstschutzhelm mit Visier nach DGUV Regel 114-018.
  • Maschinenschein & Baustellenordnung: Vor der ersten selbstständigen Bedienung von Minibaggern oder Radladern erfolgt eine fundierte Geräteeinweisung mit schriftlicher Dokumentation im Unterweisungsnachweis.

5. Leitfaden für die ersten 30 Tage im GaLaBau-Betrieb

Die Integration gelingt am besten über feste Routinen in der Arbeitskolonne:

  1. Woche 1: Sicherheitsunterweisung, Kennenlernen des Betriebshofs, Zuteilung zu einer festen Dreier-Kolonne mit einem erfahrenen Vorarbeiter als Mentor.
  2. Woche 2–3: Praktische Mitarbeit bei Pflastervorbereitungen und Schaufelarbeiten, tägliche Reflexion neuer Fachbegriffe nach Feierabend.
  3. Woche 4: Erste eigenständige Aufgaben beim Verfugen, Pflanzen oder Bedienen handgeführter Verdichtungsgeräte unter Aufsicht.

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