Fachtheorie an der Berufsschule meistern: AsA flex und Stützunterricht für vietnamesische Azubis
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Fachtheorie an der Berufsschule meistern: AsA flex und Stützunterricht für vietnamesische Azubis

Gute Praxis im Betrieb, aber schlechte Noten in der Berufsschule? Erfahren Sie, wie Betriebe mit AsA flex Fachtheorie und Sprache gezielt und kostenfrei fördern.

Im Ausbildungsalltag vieler deutscher Betriebe zeigt sich bei internationalen Auszubildenden häufig ein vertrautes Bild: In der betrieblichen Praxis – an der Werkbank, auf der Baustelle, am Herd oder auf Station – überzeugen vietnamesische Azubis durch überdurchschnittliche Fingerfertigkeit, Fleiß und Disziplin. Die Ausbilder sind begeistert.

Doch sobald der erste Blockunterricht an der Berufsschule ansteht, folgt oft Ernüchterung: Klausuren fallen schwach aus, Fachbegriffe werden verwechselt und Prüfungsfragen missverstanden. Nach Erhebungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) sind theoretische Überforderung und Sprachbarrieren in der Berufsschule die häufigste Ursache für Ausbildungsabbrüche bei ausländischen Nachwuchskräften.

Ausbildungsbetriebe müssen dieses Problem jedoch nicht allein schultern. Mit dem staatlichen Förderprogramm Assistierte Ausbildung (AsA flex) stellt die Bundesagentur für Arbeit ein hochwirksames Instrument bereit, das für Betriebe und Azubis vollständig kostenfrei ist.

Warum die Berufsschule internationale Azubis herausfordert

Das AsA flex Fördersystem für internationale Auszubildende

Das AsA flex Fördersystem: Fachtheorie, Sprachförderung und sozialpädagogische Begleitung für Auszubildende im Betrieb.

Ein bestandenes B1- oder B2-Sprachzertifikat bescheinigt gute kommunikative Fähigkeiten im Alltag. Die deutsche Berufsschule verlangt jedoch ein völlig anderes Sprachregister:

  • Komplexe Schachtelsätze & Nominalstil: Prüfungsfragen der IHK oder Handwerkskammer sind sprachlich oft anspruchsvoll formuliert (Passivkonstruktionen, doppelte Verneinungen, Gesetzesverweise).
  • Fachmathematik & Naturwissenschaften: Physikalische Gesetze, Dreisatzberechnungen oder chemische Bindungen werden auf Deutsch erörtert. Die Azubis verstehen oft die mathematische Logik, scheitern jedoch an der deutschen Aufgabenstellung.
  • Kulturelle Scheu vor Nachfragen: In Vietnam gilt es als unhöflich, den Lehrer im Unterricht durch wiederholtes Nachfragen zu unterbrechen. Viele Azubis nicken deshalb höflich, obwohl ihnen der Lehrstoff unklar geblieben ist.

AsA flex nach § 75 SGB III: Das Rundum-Sorglos-Paket

Die Assistierte Ausbildung flexibel (AsA flex) nach den §§ 75 ff. des Dritten Buches Sozialgesetzbuch (SGB III) setzt genau an diesen Hürden an:

FörderbausteinKonkrete InhalteOrganisatorischer RahmenNutzen für den Betrieb
1. Fachlicher StützunterrichtGezieltes Nacharbeiten von Berufsschulinhalten (Technisches Zeichnen, Fachrechnen, Werkstoffkunde)2 bis 4 Stunden pro Woche, meist am späten Nachmittag oder SamstagSolide Schulnoten, Bestehen von Zwischen- und Gesellenprüfungen
2. Berufsbezogenes DeutschGrammatikvertiefung, Verstehen von Prüfungsfragen, korrektes Führen des BerichtsheftsKleingruppen mit 3–5 Auszubildenden oder gezielter EinzelunterrichtVermeidung sprachlicher Missverständnisse bei Klausuren
3. Sozialpädagogische BegleitungAlltagsbegleitung, Hilfe bei behördlichen Fragen, Konfliktmoderation im BetriebEin persönlicher Ausbildungsbegleiter des BildungsträgersEntlastung der Ausbilder, frühzeitiges Abfangen von Heimweh und Krisen

Informationen zur Antragstellung und den Kriterien bietet die Bundesagentur für Arbeit auf ihrer offiziellen Informationsseite zu AsA flex für Arbeitgeber.

Wie läuft die Beantragung in der Praxis ab?

Die Beantragung von AsA flex ist unbürokratisch und kann zu jedem Zeitpunkt der Ausbildung erfolgen:

  1. Bedarf feststellen: Sobald sich in den ersten Berufsschulwochen abzeichnet, dass der Azubi Unterstützung benötigt (oder präventiv von Beginn an), wendet sich der Betrieb an die Arbeitsagentur.
  2. Kontaktaufnahme mit dem Arbeitgeber-Service: Rufen Sie Ihren persönlichen Ansprechpartner beim Arbeitgeber-Service (AG-S) der örtlichen Arbeitsagentur an und schildern Sie den Förderbedarf.
  3. Beauftragung des Bildungsträgers: Die Arbeitsagentur stellt einen Bildungsgutschein aus und weist den Azubi einem zertifizierten lokalen Bildungsträger (z. B. Kolping, TÜV-Akademie, DAA) zu.
  4. Keine Kosten für den Betrieb: Sämtliche Dozentenhonorare und Unterrichtsmaterialien werden zu 100 Prozent von der Bundesagentur für Arbeit übernommen.

Fachliteratur und gezielte Berufsschulunterstützung

Fachliteratur und ruhige Lernbereiche: Gezielte Unterstützung beim Meistern anspruchsvoller Berufsschulinhalte.

Praktische Tipps für Ausbilder im Betrieb

Neben der externen Nachhilfe können Ausbilder die theoretische Festigung im Betriebsalltag wirksam unterstützen:

  • Theorie mit der Praxis verknüpfen: Lassen Sie sich vom Azubi am Werkstück erklären, warum er einen bestimmten Arbeitsschritt ausführt. Wenn theoretische Schulbegriffe („Korrosionsschutz“, „Wärmeausdehnung“, „Gärprozess“) am konkreten Bauteil demonstriert werden, prägen sie sich dauerhaft ein.
  • Berichtsheft als Lernwerkzeug nutzen: Nutzen Sie die wöchentliche Kontrolle des Ausbildungsnachweises für kurze Fachgespräche: Korrigieren Sie Fachbegriffe wohlwollend und fordern Sie kurze schriftliche Erklärungen ein.
  • Kontakt zur Berufsschule halten: Sprechen Sie frühzeitig mit den Klassenlehrern der Berufsschule. Ein kurzer Austausch zum Halbjahr deckt Defizite auf, lange bevor Zwischenprüfungen anstehen.

Gemeinsam zum erfolgreichen Gesellenabschluss

Die Berufsschule ist eine Hürde – aber mit der richtigen Begleitung eine absolut machbare. Mit staatlicher Unterstützung via AsA flex und betrieblichem Rückhalt führen Sie internationale Auszubildende sicher zum anerkannten deutschen Berufsabschluss.

Planen Sie die Ausbildung vietnamesischer Nachwuchskräfte? Erfahren Sie mehr über unser Begleitkonzept unter Duale Ausbildung mit DMF oder erfassen Sie Ihre offenen Ausbildungsplätze unter Personalbedarf melden.

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